Gelesen von Stefan Franke
Vor einigen Tagen kam dem zweiten Vizebürgermeister der Stadt Wien, Heinrich Hierhammer, ein Brief zu, worin er aufgefordert wurde, an einer bestimmten Stelle im Votivkirchenpark 500 Kronen zu hinterlegen, widrigenfalls er dem Tode verfallen sei. Das Schreiben trug die Unterschrift „Die schwarze Hand“.
Ein als städtischer Amtsdiener verkleideter Detektiv hinterlegte nun tatsächlich an der von der „Schwarzen Hand“ bezeichneten Stelle ein Kuvert, das bald darauf ein junger Mann abholte.
Derselbe wurde angehalten und zur Polizei gebracht, wo er sich als der Türmer der Votivkirche, Heinrich Sitter, legitimierte. Die Schrift des Drohbriefes stimmte vollständig mit der Handschrift des Verhafteten überein, sodass es außer Zweifel steht, dass er der Absender des Drohbriefes ist.
Sitter ist 29 Jahre alt, verheiratet, Vater zweier Kinder und seit sechs Jahren in der Votivkirche als Türmer angestellt.
Bemerkenswert ist, dass in der letzten Zeit auch anderen hochstehenden Persönlichkeiten in Wien Drohbriefe der „Schwarzen Hand“ zugekommen sind.